Mit vielen Eindrücken, bewegenden Begegnungen und dem guten Gefühl, wirklich etwas bewirkt zu haben, ist der Freundeskreis Nyang’oma/Kenya e.V. von seinem 43. Arbeitseinsatz in Kenia zurückgekehrt. Vorsitzender Rolf Nettebrock war gemeinsam mit sechs weiteren Mitgliedern mehrere Wochen auf der Missionsstation Nyang’oma im Einsatz – einem Ort, der für viele Kinder weit mehr ist als nur eine Schule.
Denn hier, im Westen Kenias, finden mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche – viele davon gehörlos – Bildung, Schutz und eine Perspektive für ihr Leben.
Schon bei der Ankunft wurde die Gruppe herzlich empfangen. „Man spürt sofort, wie wichtig unsere Besuche sind“, berichten die Teilnehmer. In den vergangenen Monaten ist viel passiert: Ein defekter Wassertank konnte repariert werden, Klassenräume instandgesetzt und die Solaranlage überholt werden. Die Freude vor Ort über diese Verbesserungen war groß.
Doch besonders ein Projekt zeigt, wie unmittelbar Hilfe wirkt: In der St. Mary’s School for the Deaf – der Grundschule für gehörlose Kinder – konnte schnell und unbürokratisch für mehr Sicherheit gesorgt werden. Viele Fenster zu den Schlafsälen der Kinder ließen sich nicht mehr richtig schließen. Dies hatte gravierende Folgen: Affen drangen nachts in die Schlafräume ein, verwüsteten diese und kratzten oder bissen sogar die Kinder. Eine Situation, die weder sicher noch würdevoll war und dringend behoben werden musste. Dank der schnellen Zustimmung und Unterstützung des Vereins konnte das Geld umgehend angewiesen und die Reparatur zügig umgesetzt werden. Die Schlafsäle der Kinder sind nun wieder sicher verschließbar – ein scheinbar kleines Detail, das für die Schülerinnen und Schüler ein großes Stück Schutz und Geborgenheit bedeutet.
„Gerade solche Maßnahmen machen den Unterschied im Alltag der Kinder“, so der Tenor der Gruppe.
Neben den sichtbaren Fortschritten war es vor allem das persönliche Engagement, das den Einsatz prägte. Die Helferinnen und Helfer packten selbst mit an, führten Reparaturen durch und unterstützten in der Krankenstation, im Kindergarten und in der Vorschule. Dabei entstanden viele intensive Begegnungen mit den Menschen vor Ort – Begegnungen, die bleiben.
Ein gemeinsames Treffen mit den Leitungen der Einrichtungen unter der Führung von Missionsleiter Father Vitalis machte deutlich, wie sehr die kontinuierliche Unterstützung aus Deutschland geschätzt wird. „Die Hilfe hat den Standard der Einrichtungen nachhaltig verbessert“, betonten die Verantwortlichen vor Ort.
Gleichzeitig wurde klar: Der Bedarf bleibt groß. Für die Zukunft stehen bereits neue Projekte an – darunter die Renovierung von Gästehäusern, ein neuer Fußboden für die Krankenstation sowie die Sanierung von Klassenräumen in der Vorschule.
Seit 1995 engagiert sich der Freundeskreis ehrenamtlich für die Mission Nyang’oma. Spenden fließen direkt in die Projekte und helfen dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden – bei den Kindern.
Nach intensiven Arbeitswochen blieb auch Zeit für Momente des Innehaltens: Gespräche, gemeinsames Lachen – und zum Abschluss eine Safari, bevor die Gruppe die Heimreise antrat.
Zurück bleibt die Gewissheit: Jeder Einsatz verändert etwas. Für die Menschen in Nyang’oma – und auch für die, die helfen.
Der Bericht erschien am 25.03.2026 in den Westfälischen Nachrichten.